Ursachen
Viele Betroffene mit unklarer Hörminderung oder begleitenden Ohrsymptomen wie Tinnitus, Druckgefühl oder Schallverzerrung zeigen auffällige Spannungsmuster im Schädel-, Kiefer- und Halsbereich. Dazu zählen:1. Verspannungen der Kiefermuskulatur
Besonders der M. pterygoideus medialis und lateralis kann durch erhöhten Tonus die Belüftung über die Eustachische Röhre behindern.2. Kieferfehlstellungen (CMD)
Malokklusionen verändern die Druckverhältnisse im Mittelohr und beeinflussen die Funktion des Hörsystems negativ.3. Faszienspannung im Os temporale / Felsenbein
Verklebte oder verspannte Faszien im Bereich des Schläfenbeins wirken auf das Innenohr und Gleichgewichtsorgan ein.4. Atlas-Fehlstellung oder HWS-Blockaden
Eine Dysfunktion im oberen Kopfgelenk kann die nervale Versorgung des Innenohrs über den N. vestibulocochlearis beeinträchtigen.5. Craniosacrale Restriktionen
Einschränkungen im cranialen Rhythmus stören den Liquorfluss und beeinflussen die Druckregulation im Schädelinneren.6. Stress und vegetative Dysregulation
Daueranspannung und ein gestörtes autonomes Nervensystem verändern die Verarbeitung von akustischen Reizen im Innenohr.Symptome
- Dumpfe, leise oder verzerrte Geräuschwahrnehmung
- Schwierigkeiten, Sprache in geräuschvoller Umgebung zu verstehen
- Verringertes Richtungshören
- Druckgefühl, Ohrensausen oder ein Gefühl von „Zugestopftsein“
- Begleitsymptome wie Tinnitus, Schwindel, Kieferknacken oder Spannungskopfschmerzen
Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Ursache kommen medizinisch folgende Therapien infrage: Hörgeräte, Implantate, medikamentöse oder operative Verfahren, ergänzend logopädische Hörtrainings. Funktionelle Therapie nach CRANii® ergänzt die klassische Behandlung um gezielte Maßnahmen zur:- Verbesserung der Kieferstellung
- Förderung der cranialen Mobilität
- Lösung faszialer Spannungen
- Optimierung der Körperhaltung
- Entspannung und Mobilisierung der Kiefermuskulatur
- Zentrierung von Kiefer- und Kopfposition
- Verbesserung der Beweglichkeit von Os temporale und Kiefergelenk
- Tonusregulation der Nacken- und Halsmuskulatur
- Förderung der Liquor- und venösen Drainage aus dem Schädel
- Vegetative Stabilisierung über Atmung, craniale Rhythmen und Vibration
Prävention – was du tun kannst
- Stressreduktion und bewusstes Atmen zur Entlastung des Innenohrs
- Korrektur der Körperhaltung und Kopfzentrierung zur Schonung des Hörnervs
- Förderung der Kiefer- und Zungenbalance (z. B. Entlastung des Gaumensegels)
- Regelmäßige Pflege von Faszien und Muskulatur in Kopf, Kiefer und Nacken
- Vermeidung von Zähneknirschen und -pressen (ggf. Aufbissschiene + Myofunktionstraining)
- Sanftes Hörtraining in ruhiger Umgebung – kein Dauerlärm
passende übung:
Chadha, S. et al. (2021) – World Report on Hearing. PubMed
Lin, F. R. et al. (2011) – Hearing loss and cognition in the Baltimore Longitudinal Study of Aging. PubMed
Ciorba, A. et al. (2012) – The impact of hearing loss on the quality of life of elderly adults. PubMed
Tan, H. E. et al. (2013) – Tinnitus and its association with hearing loss and mental health in a general adult population. PubMed
Mills, J. H. et al. (2006) – Age-related hearing loss: A review. PubMed
Lenarz, T. & Battmer, R. D. (2018) – Hörstörungen – Diagnostik und Therapie. Thieme
Walger, M. & von Wedel, H. (2021) – Hörrehabilitation im Alter. Springer
Hoppe, U. & Eysholdt, U. (2015) – Audiologische Diagnostik. Thieme
Wengenroth, M. & Huber, A. (2012) – Neuroanatomie und Funktion des Hörsystems. Urban & Fischer
Laukötter, S. & Jäger, B. (2020) – Tinnitus, Hörsturz und Hörstörungen – ganzheitlich behandeln. Elsevier
Biesalski, H. K. (2022) – Ernährung, Mikronährstoffe und Hörgesundheit. Springer
Zimmer, J. et al. (2020) – Myofunktionelle Einflüsse auf auditive Funktionen. Schulz-Kirchner Verlag